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Er ist wieder da:iii-5

时间:2019-02-26来源:互联网 字体:[ | | ]  进入德语论坛
(单词翻译:双击或拖选) 标签: iii
Die ersten Stunden am Kiosk gehörten den einfachen Arbeitern und
den Rentnern. Sie redeten nicht viel, kauften Rauchwaren, die
Morgenzeitung, vor allem eine Zeitung namens »Bild« war sehr
beliebt, gerade auch bei Älteren, ich nahm an, weil der Verleger eine
unerhört große Schrift bevorzugte, damit auch Menschen mit
Sehschwäche nicht auf Informationen zu verzichten brauchten. Eine
ausgezeichnete Idee, musste ich im Stillen zugeben, daran hatte nicht
einmal der eifrige Goebbels gedacht – mit dieser Maßnahme hätten
wir ohne Zweifel noch mehr Begeisterung in diesen
Bevölkerungsgruppen entfachen können. Gerade den älteren
Volkssturmleuten hatte es in den letzten von mir erlebten Kriegstagen
an Schwung, Durchhaltewillen und Opferbereitschaft gemangelt, wer
konnte ahnen, dass so einfache Mittel wie eine größere Schrift so viel
Wirkung erzielten?
Andererseits: Es hatte ja auch Papier gefehlt. Dieser Funk war doch
alles in allem ein unheilbarer Trottel gewesen.
Meine Anwesenheit vor dem Kiosk führte allmählich zu ersten
Problemen. Gelegentlich gab es zwar, gerade unter den jüngeren
Arbeitern, Heiterkeit, häufiger auch Anerkennung, die in den Worten
»kuhl« und »krass« ausgedrückt wurde, unverständlich, gewiss, aber
das Mienenspiel ließ auf einen unleugbaren Respekt schließen.
»Gut, nicht wahr«, strahlte da der Zeitungskrämer den Kunden an,
»da merkt man keinen Unterschied, oder?«
»Nee«, sagte der Kunde, ein Arbeiter, er mochte Mitte zwanzig sein,
und faltete seine Zeitung. »Aber darf man denn das?«
»Was?«, fragte der Krämer.
»Na, in der Uniform.«
»Was gibt es am deutschen Soldatenrock auszusetzen?«, fragte ich
argwöhnisch und auch mit leichtem Ärger im Tonfall.
Der Kunde lachte, vermutlich, um mich zu beschwichtigen.
»Der ist wirklich gut. Nein, ich meine, Sie machen das ja wohl
beruflich, aber braucht man da eine Sondererlaubnis, wenn man die
ständig in der Öffentlichkeit trägt?«
»Das wäre ja noch schöner!«, gab ich empört zurück.
»Ich meine ja nur«, sagte er etwas eingeschüchtert, »wegen der
Verfassung …«
Das gab mir zu denken. Er meinte es nicht böse, und tatsächlich
war die Verfassung meiner Uniform nicht die beste.
»Gut, sie ist etwas schmutzig«, gab ich leicht geknickt zu, »aber
selbst schmutzig ist das Kleid des Soldaten noch immer von größerer
Ehre als jeder saubere Frack des verlogenen Diplomatentums!«
»Warum soll die verboten sein?«, fragte der Zeitungskrämer
nüchtern, »ist doch kein Hakenkreuz dran.«
»Was soll denn das nun wieder heißen?«, schrie ich da erbost. »Sie
werden ja wohl auch so wissen, in welcher Partei ich bin!«
Der Kunde verabschiedete sich mit einem Kopfschütteln. Als er weg
war, bat der Zeitungskrämer mich, wieder Platz zu nehmen, und
wandte sich ruhig an mich.
»Er hat nicht ganz unrecht«, sagte er freundlich. »Die Kunden
gucken schon seltsam. Ich weiß ja, dass Sie Ihre Arbeit sehr ernst
nehmen. Aber könnten Sie nicht wirklich was anderes anziehen?«
»Ich soll mein Leben, meine Arbeit, mein Volk verleugnen? Das
können Sie nicht von mir verlangen«, sagte ich und sprang wieder auf.
»Ich werde diese Uniform tragen bis zum letzten Blutstropfen. Ich
werde die Opfer der Bewegung nicht durch erbärmlichen Verrat ein
zweites Mal von hinten erdolchen wie Brutus den Cäsar …«
»Müssen Sie eigentlich immer gleich so ein Fass aufmachen?«,
sagte der Zeitungskrämer nun auch ein wenig ungehalten. »Es hat ja
nicht nur was mit der Uniform zu tun …«
»Sondern?«
»Das Ding stinkt. Ich weiß ja nicht, woraus Sie sie gemacht haben,
aber haben Sie da alte Tankwartsuniformen verarbeitet oder was?« 
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