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August Spies in den USA gehenkt(11.11)

时间:2013-11-22来源:互联网 字体:[ | | ]  进入德语论坛
(单词翻译:双击或拖选) 标签: August USA
Man erfand eine Verschwörung, um den Arbeiterführer August Spieß auszuschalten. Trotz Proteste aus aller Welt wurde Spieß am 11. November 1887 in den USA gehenkt.
Es war ein Justizmord. Nicht etwa ein Irrtum der Geschworenen, sondern bewusster, vorsätzlicher Mord. In diesem Prozess sollte ein Exempel statuiert werden. Kein Arbeiter sollte es mehr wagen, zu Versammlungen oder gar Streiks für bessere Arbeitsbedingungen aufzurufen.
 
Eine Sprengbombe
Das Land litt an den Folgen einer großen Wirtschaftskrise. Die Regierung hatte den Banken geholfen und nicht den Menschen, soziale Mittel waren dagegen gekürzt worden, seitdem arbeiteten die Menschen für Hungerlöhne und das zwölf Stunden am Tag. Genau deshalb waren sie nun auf der Straße. Die Dachorganisation der amerikanischen Handels- und Arbeitergewerkschaften hatte zum Streik aufgerufen. Am 1. Mai 1886 zieht erstmals eine halbe Million Menschen in Protestmärschen durch die Straßen. Und weil die Fabrikchefs oft nicht genügend Streikbrecher auftreiben können, stehen tatsächlich viele Räder still. Das trifft die Unternehmer empfindlich. Als zwei Tage später immer noch gestreikt wird, geht in Chicago die Polizei dazwischen: Sechs Arbeiter werden dabei erschossen. Das treibt tags darauf noch viel mehr Streikende auf die Straße, und als schließlich am Haymarket Square die Polizei darangeht, eine öffentliche Redeversammlung der Sozialisten aufzulösen, eskaliert die Situation aufs Neue. Mitten in der Polizeitruppe explodiert eine Sprengbombe. Die Leute flüchten, die Polizei schießt in die Menge, am Ende sind mindestens achtzehn Menschen tot, sieben davon Polizisten. Bis heute hat man nicht herausfinden können, wer die Bombe geworfen hat.
 
Die Obrigkeit jedoch muss nicht lange überlegen, wer dafür zur Verantwortung zu ziehen ist. Am nächsten Tag bereits lässt der Polizeichef von Chicago jene Männer verhaften, die in seiner Stadt zum Streik aufgerufen haben. An ihrer Spitze: der Herausgeber der sozialistischen "Arbeiter-Zeitung", August Spies.
 
Spies ist einer der profiliertesten Sprecher der amerikanischen Arbeiterbewegung, ein Deutscher, der mit sechzehn als Halbwaise aus dem hessischen Dorf Friedewald ausgewandert ist, weil er in seiner Heimat für sich keine Zukunft sah. In den USA hat Spies wegen der unhaltbaren Zustände bald schon seinen Beruf aufgegeben und ist ein Aktivist für die Sache der Arbeiter geworden, ein Mann, den die Mainstream-Presse seiner kämpferischen Haltung wegen in eine Schublade mit Radikalen und Anarchisten steckt.
 
Bestochene Zeugen
Im darauffolgenden Jahr, Sommer 1887, stehen acht Mann vor Gericht. Der Richter und die Geschworenen sind parteiisch, sie wollen Blut sehen. Der Prozess ist eine Farce, die Zeugen sind bestochen, und weil keinem der Angeklagten konkret nachgewiesen werden kann, dass er die Bombe am Haymarket Square geworfen hat, erfindet man eine "Verschwörung zum Mord an Polizisten". Der unbekannte Bombenwerfer, so argumentiert der Richter, habe auf die aufstachelnden Worte der Redner am Haymarket Square reagiert. Am Ende steht ein hartes Urteil: Tod durch Erhängen für sieben der Angeklagten, fünfzehn Jahre Gefängnis für den achten. Ein Aufschrei geht um die Welt. Sozialisten, Arbeiterführer und links denkende Prominente wie George Bernard Shaw setzen sich für Spies und seine Leute ein. Aber: vergebens.
 
Am 11. November 1887 wird der 31jährige Journalist und Sprecher der Arbeiterbewegung August Spies in Chicago am Hals aufgehängt, bis der Tod eintritt. Seine letzten Worte sollen gewesen sein: "Es wird der Tag kommen, an dem unsere Stille mehr Macht hat als die Stimmen, denen ihr heute den Hals zuschnürt." 
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